Medical Training - Behandlungstraining für Hunde

 
Medical Training ist ein sehr wichtiges Thema im Tiertraining, denn es geht um Kooperation zwischen Mensch und Tier in Behandlungssituationen. Wenn man den eigenen Hund beispielsweise bürsten, baden, die Krallen schneiden oder Augen tropfen verabreichen möchte, kommt das Medical Training ins Spiel. Auch für einem Tierarztbesuch, für Hunde-Physiotherapie oder dem Besuch beim Hundefriseur kann man den Hund mittels Medical Training optimal vorbereiten. Der Hund lernt bei diesem Training in kleinen Schritten, dass es sich für ihn lohnt, wenn er sich behandeln lässt und kann sich bei fachgerechtem Training sogar regelrecht freuen, wenn er die Krallenschere, die Bürste oder andere Dinge sieht, bei denen viele untrainierte Hunde Reiß aus nehmen würden. 


In den USA ist es in zoologischen Anlagen schon lange üblich, Tiere so zu trainieren, dass sie bei Behandlungssituationen mit dem Tierpfleger oder Tierarzt kooperieren. Mit diesem Vorgehen wird Vertrauen aufgebaut und es kann in vielen Fällen auf eine Narkose bzw. Sedierung bei den Tieren verzichtet werden. 
Viele Haustiere haben große Angst vor dem Tierarzt, dem Hundefriseur oder auch davor, von ihren Haltern untersucht zu werden, was eine enorme Stressbelastung in solchen Situationen darstellen kann. Dadurch, dass der Hund/das Tier beim Medical Training lernt, was mit ihm passiert und er sich darauf einstellen kann, findet eine enorme Stressreduktion statt, Der Hund entscheidet durch das sogenannte Kooperationssignal selbst, wann er bereit ist für eine Übung/Behandlung und wann er eine Pause benötigt, weil es ihm zu viel wird. Der Hund lernt die Vorgänge Schritt für Schritt kennen und Unangenehmes wird immer angekündigt, dies führt zu tiefem Vertrauen zwischen Mensch und Hund. 
Durch das Training werden die Pflegemaßnahmen erleichtert und auch die medizinische Versorgung wird einfacher und effizienter. Zudem stellt Medical Training auch noch eine schöne Möglichkeit der Auslastung für den Hund dar. 
Zwang ist beim Medical Training absolut tabu, da das Vertrauen damit verschwindet und der Hund einen Kontrollverlust erleben würde.


Lilly und ich üben kleinschrittig das Abknipsen der Krallen

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Das Kooperationssignal, ist ein antrainiertes Verhalten, welches der Hund zeigt und damit sein Einverständnis für eine Untersuchung gibt. Kooperationssignale werden vorher aufgebaut und später in das Training integriert. 
Beispiele für Kooperationssignale sind: 
--> Das Kinn ablegen 
--> Pfote geben 
--> Auf der Seite liegen 
--> Stilles Stehen/Sitzen oder Liegen 
--> Bodentarget berühren 
--> u.v.m. 
 
Wenn das Kooperationssignal aufgebaut ist, kann es mit dem Medical Training losgehen. Wichtig ist hierbei extrem kleinschrittig vorzugehen, da die Übungen für den Hund unangenehm sein können und man gewährleisten will, dass der Hund auch gerne mitmacht. In vielen Fällen ist eine Gegenkonditionierung von bestimmten Dingen wie Krallenschere, Bürste oder ähnlichem unumgänglich, vor allem wenn der Hund schon schlechte Erfahrungen damit gemacht hat. Bei der Gegenkonditionierung wird das zuvor als negativ bewertete Utensil mit positiven Erfahrungen verknüpft. Zum Beispiel könnte man die Krallenschere hervorholen und der Hund bekommt dann etwas Tolles zu fressen. Die Krallenschere verschwindet wieder, taucht dann wieder auf und der Hund bekommt wieder etwas Tolles. Schritt für Schritt wird dann die Schere zur Ankündigung von etwas leckerem und man kann sich behutsam mit der Krallenschere annähern. Wichtig ist hierbei, die Körpersprache des Hundes lesen zu können, um genau zu wissen, wann er sich noch ok gefühlt und ab wann man pausieren bzw. die Übung beenden sollte. 


Beim Bürsten nehme ich gern das seitliche Liegen als Kooperationsignal oder das Kinntarget. Der Hund führt nun auf ein Signal hin das Kooperationssignal aus und wird in dieser Position belohnt. Dann kann man das Bürsten ankündigen, ich sage beispielsweise einfach „bürsten“ und fange dann mit dem Bürsten an. Anfangs wählt man klitzekleine Schritte, so könnte man zum Beispiel „bürsten“ sagen und nur einmal ganz sacht die Bürste durch das Fell gleiten lassen und den Hund sofort danach belohnen. Schritt für Schritt, werden die Bürstenstriche mehr und die Intensität des Bürstens nimmt zu. Der Hund erhält immer eine Belohnung, wenn er das Kooperationssignal zeigt. Sollte der Hund das Kooperationssignal nicht mehr zeigen, hört man sofort mit der Behandlung auf. Jetzt war es ihm zu viel und er lernt, dass er selbst entscheiden kann, wann die Übung unterbrochen wird. In den meisten Fällen kann es nach einer Pause weitergehen. Man fragt den Hund mit dem Signal für das Kooperationsverhalten, ob es weitergehen kann, nimmt der Hund das Signal an, kann es weitergehen. 
Nach einem Abbruch der Behandlung durch den Hund, sollte man es ihm wieder leichter gestalten. So kann man zum Beispiel weniger Bürstenstriche machen und den Hund dafür wieder belohnen. 

Mit dem Medical Training kann man eine Vielzahl von medizinischen Untersuchungen üben oder eben auch pflegerische Maßnahmen. Um einige Beispiele zu nennen:

--> Festhalten beim Tierarzt

--> Blutabnahme

--> Ohrenkontrolle

--> Pfotenkontrolle

--> Zahnkontrolle

--> Medikamente verabreichen

--> Fieber messen

--> Zähne putzen

--> Krallen schneiden

--> Scheren

--> u.v.m. 


Medical Training - verschiedene Untersuchungen

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Ich weiß, dass viele Hundehalter in Behandlungssituationen und vor allem beim Tierarzt sehr gestresst sind, es ging mir nicht anders. Durch das Medical Training haben meine Hunde gelernt, dass sie sich auch in solchen Situationen auf mich verlassen können und ich nichts mache, wenn sie „nein sagen“ und ich habe gelernt mich zu entspannen, denn ich weiß nun zu jeder Zeit, wie ich vorgehen kann. Das Medical Training hat unseren Alltag stark vereinfacht und erspart meinen Hunden und mir sehr viel Stress. 
Ich wünsche mir sehr, dass immer mehr Mensch-Hund-Teams das Medical Training für sich entdecken, denn es ist, meiner Meinung nach, eines der wichtigsten Dinge, die man mit seinem Hund trainieren sollte, damit man seinen Alltag so schön wie möglich gestalten kann. 


Quellenangaben: Seminar Medical Training mit Dorothea Johnen
Buch: Medical Training für Hunde von Anna Oblasser-Mirtl und Barbara Glatz

Beim Medical Training Seminar mit Dorothea Johnen konnte ich eine Menge für mich und meine Hunde lernen!!! Wenn du irgendwann mal die Möglichkeit hast an einem Seminar bei Dorothea teilzunehmen, so lass es dir nicht entgehen, es lohnt sich!!! :)

Du möchtest lernen, wie du Medical Training auch bei deinem Hund einsetzen kannst? Dann habe ich zwei tolle Angebote für dich:

*Der Medical Training Pass von Nicole Stein

 Meine liebe Kollegin Nicole Stein, Tierärztin für Verhaltenstherapie und TOP-Trainerin der Tierakademie Scheuerhof, hat einen richtig tollen und sehr umfangreichen Onlinekurs zum Thema Medical Training im Angebot! Für alle, die ihrem Tier den erheblichen Stress in Behandlungssituationen und beim Tierarzt ersparen möchten... 

*Webinar mit Dorothea Johnen

 Dr. Dorothea Johnen, Tierärztin und Trainerin hat ein tolles Angebot im Bereich Medical-Training. Es handelt sich um ein Webinar, das man bequem von zu Hause aus anschauen kann. Viele Hunde haben Angst, wenn sie behandelt werden sollen und dies nicht nur beim Tierarzt! Wenn du lernen möchtest, wie du deinem Hund den Stress bei Behandlungen und/oder beim Tierarzt nehmen kannst, dann ist dieses Webinar das Richtige für dich!  

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