Markerwort & Clickertraining

Das Markerwort sowie der Click des Clickers sind sekundäre Verstärker und kündigen immer eine Belohnung an. Die Belohnung wird als primärer Verstärker bezeichnet und kann individuell an die Bedürfnisse des Hundes angepasst werden. Beim Training über positive Verstärkung werden vor allem Leckerchen eingesetzt, aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten den Hund nach Gabe des Markerwortes oder Click des Clickers zu belohnen. Wichtig zu verstehen ist, dass der Hund entscheidet, was für ihn eine Belohnung ist und nicht der Hundehalter. So kann beispielsweise ein nett gemeintes „Kopftätscheln“ nachdem der Hund auf Zuruf zum Menschen gekommen ist, eher unangenehm für den Hund sein und somit als Belohnung ausgeschlossen werden. Dass der Hund beim nächsten Mal auf Zuruf zum Menschen kommt wird daher unwahrscheinlicher, da Hunde genauso, wie wir Menschen Unangenehmes meiden. Bekommt der Hund, der auf den Rückruf reagiert hat aber eine tolle Belohnung, wie beispielsweise Leckerchen, die er mag oder der Hundehalter startet ein schönes Spiel mit seinem Hund, dann wird es umso wahrscheinlicher, dass der Hund beim nächsten Mal, auch wieder gerne und schnell auf den Rückruf reagiert. 


Eine schöne Möglichkeit herauszufinden, was der eigene Hund gerne mag, ist eine Liste anzufertigen, auf der die Belohnungen nach Wertigkeit geordnet, stehen. Auf dem ersten Platz und somit die beliebteste Belohnung, könnte beispielsweise Leberwurst sein, auf dem zweiten Platz das Zergeln mit einem geliebten Spielzeug usw. Hunde haben unterschiedliche Vorlieben, so könnte die Belohnungsliste für einen Dackel zum Beispiel ganz anders ausfallen als für einen Border Collie. 

Im Gegensatz zum sekundären Verstärker muss der primäre Verstärker nicht trainiert werden, denn primäre Verstärker (Bsp.: Leberwurst) sind angeborener Weise toll für den Hund. Den sekundären Verstärker wie das Markerwort und der Click des Clickers muss zunächst aufgebaut werden, damit der Hund versteht, dass diese Varianten eine Belohnung ankündigen. Der Aufbau des Markerwortes sowie des Clickers sind einfach, aber man sollte gut auf die Reihenfolge und die Geschwindigkeit der Belohnungsgabe achten. Zuerst wird geclickt oder das Wort wie beispielsweise „Click“ gesagt und unter optimalen Umständen kommt die Belohnung 1 Sekunde danach. Wichtig ist auch, dass der Click oder das Wort und die Leckerchengabe nicht gleichzeitig kommen, hierbei würde eine Überschattung stattfinden und der Hund könnte das Wort/Click bzw. seine Bedeutung nicht richtig lernen. Wenn man ein Markerwort aufbauen möchte, kann man sich mehrere Leckerchen in die Hand nehmen und die Hand zunächst hinter den Rücken, für den Hund nicht sichtbar, positionieren. Dann sagt man das neue Wort wie beispielsweise „Top“ und gibt dem Hund direkt im Anschluss ein Leckerchen. Dies wiederholt man einige Male und bringt danach auch Bewegung ins Spiel, damit der Hund das Wort nicht mit einer bestimmten Position verknüpft. Für das Markerwort eignen sich kurze prägnante Wörter, die sonst im Alltag nicht verwendet werden wie beispielsweise „Click“, „Top“ oder „Jepp“.
 

Wenn das Markerwort aufgebaut wurde, kann es in verschiedene Übung integriert werden. Man fragt beispielsweise ein „Sitz“ ab und sobald der Hund sich gesetzt hat, kommt das Markerwort und im Anschluss die Belohnung. Der Click des Clickers ist noch ein wenig präziser und kann sehr schön für Aufgaben verwendet werden, bei denen es sehr wichtig ist, ein exaktes Timing einzuhalten, wie zum Beispiel bei der Übung „Nasentarget“. 

Markerwort & Clickertraining - Beispiele für den Einsatz

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen

Der Click des Clicker sowie das Markerwort können auch verwendet werden, um Verhalten einzufangen. Wenn man zum Beispiel mit seinem Hund spazieren geht und dieser sich trotz der spannenden Umgebung, immer wieder zu uns umorientiert. Belohnt man dieses Verhalten, so wird der Hund auf Spaziergängen immer aufmerksamer, was in den meisten Fällen sehr von Vorteil sein kann. Auch auf die Emotionen des Hundes hat das Markerwort/der Clicker Auswirkungen. Da der sekundäre Verstärker etwas Tolles ankündigt, kann das Wort/Geräusch Freude auslösen und ängstlichen Hunden zu mehr Sicherheit verhelfen, da sie in ihrem Tun bestärkt werden. Das konnte ich sehr schön an meiner eigenen Hündin Lilly beobachten, die aufgrund des Clickertrainings immer mutiger und kreativer wurde. 

Eine Auswahl an möglichen primären Verstärkern

Beim Clickertraining sowie beim Training auf Basis der positiven Verstärkung wird der Fokus auf das gelegt, was gut klappt und der Hund wird immer wieder für erwünschtes Verhalten belohnt, so dass dieses Verhalten immer wahrscheinlicher und in Zukunft immer öfter gezeigt wird. Auch die Emotionen können durch diese Art des Trainings positiv beeinflusst werden und Hunde trauen sich immer mehr zu und werden so, mit der Zeit immer sicherer. Das Training macht Mensch und Hund viel Spaß und ihre Beziehung wird verbessert! Wenn man dann noch gutes Management betreibt, vorausschauend handelt, die Bedürfnisse seines Hundes erkennt und kleinschrittig genug trainiert, steht einem tollen gemeinsamen Leben voller gegenseitigem Vertrauen und Freude nichts mehr im Wege! 

Ich hoffe, mein Artikel war hilfreich für dich und ich wünsche dir & deinem Hund alles Gute! :) 

Quellenangabe: Hundetrainerausbildung der Tierakademie Scheuerhof

Du möchtest tiefer in die Welt des positiven Tiertrainings eintauchen?

Hier findest du die besten Onlinekurse von Trainern und Trainerinnen, die sich dem Training über positive Verstärkung verschrieben haben! :)

CLICK!!!

Interessante Artikel zum Weiterlesen

Hoopers-Agility

 Hoopers-Agility ist eine vergleichsweise junge Hundesportart, die ihren Ursprung in den USA hat. Bei dieser Beschäftigungsmöglichkeit handelt es sich um Training auf Distanz... 

Wie Hunde lernen über sich hinauszuwachsen

Um zu verstehen, was für den Hund aufregend, unheimlich oder sogar angstauslösend ist, müssen wir als Hundehalter zunächst erstmal verstehen, wie Hunde uns mitteilen, wie sie sich fühlen... 

Targettraining, Freies Formen & co 

 In diesem Artikel möchte ich das Targettraining, das Freie Formen, das Locken und die Möglichkeit Verhalten einzufangen näher betrachten... 

Hunde beschäftigen

 Wenn Hunde gut ausgelastet sind, gibt es in der Regel auch weniger Problemverhalten. Ich schreibe diese Artikel-Reihe gegen Langeweile im Hundealltag...